Klugscheißer

Das bin ich. Hoffentlich habe ich das Wort jetzt richtig geschrieben. Auch wenn man klug ist, passieren Fehler. Ehrlich jetzt, ich bin schon immer zu klug für diese Welt gewesen. Darum schreibe ich ja, weil mir keiner zuhört. Aus unerfindlichen Gründen wollen Leute nicht wissen, was ich weiß.

Und manche können es auch nicht, jene Lieben, die keine Bücher lesen oder etwas einfach gestrickt einfacher finden. Ich habe mich darüber aufgeregt, geärgert, nun schweige ich einfach.

Meine Oma war auch ein Mensch, den wir einfach oder schlicht nannten. Als Kinder fanden wir das ganz normal und wir wollten unsere Oma nicht belehren. Sie strickte die tollsten Strümpfe der Welt, weisse Kniestrümpfe mit komplizierten Lochmustern, die wir immer erstmals zu Ostern trugen, egal wie kalt es war. Mit Röcken natürlich. Eigentlich ist es schön, wenn man noch Menschen hat, die aus der gleichen Zeit stammen und mit denen man diese Dinge teilen kann. Meine Oma hat sich zeitlebens nicht mit fliessendem Wasser abgefunden, sie wusch sich in einer Schüssel. Sie aß Graupensuppe.

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Der Traum

vom Schreiben eines Buches, ach. Nun finde ich diese Schreibmaschine im Sperrmüll, im Nachbardorf ganz zufällig im Vorüberfahren. So wie es immer ist. Nein, Zufall ist es nicht; ich nenne das synchrone Ereignisse, Absichten, die dem Universum mitgeteilt werden und für die es die Möglichkeiten bereitstellt. Aber natürlich mache ich das bewusst. Die unbewussten werden auch verwirklicht, nicht immer zum Vorteil. Und beim Betrachten der Schreibmaschine kommen Bilder von Schriftstellern in den Sinn. So etwas von früher. Als das noch ein Beruf war, der einen Ruf hatte….einen romantischen, verwegenen, verrufenen oder auch freien und nicht immer erfolgreichen, aber das war egal. Dem Schriftsteller vermutlich nicht egal, aber dem Bild schadete das nicht. Auch die Schriftstellerinnen waren besondere Frauen, natürlich gerade! Als ich so ganz jung war, da waren sie meine Heldinnen. Ein wenig habe ich mein Leben nach ihrem Einfluss gestaltet. Geschrieben habe ich aber nie, bis vor einigen Jahren, wo ich merkte, dass ich eine ganze Menge zu erzählen hätte. Hätte. Ich beobachte. Das Ordnen der Eindrücke ist so viel schwieriger. Es gibt so viele Bücher, richtig begeistert komme ich vom Buchladen zurück, wo die neu und mit wunderbaren Coverbildern versehen, mit neuen Titeln und Geschichten aus der ganzen Welt auf Leser warten….Das ist eine Welt für sich, ich bin eine Leserin. Bücher sind Freunde. Welten, Parallelwelten, Zeitlinien, Sprünge und Familien. Ich finde Beschreibung von Landschaft wichtig, zum Beispiel. Weil in meinem Kopf alles lebendig wird. Und daran erkennt man auch das Gute an einem Buch. Aber ich sehe, dass bei anderen das gar nicht stattfindet, im Kopf. Ob diese Bahnen schon so früh angelegt werden? Da habe ich ja Glück gehabt.

Gedanken zur Zeit

Einige tracks meiner Lebensspur laufen parallel und treffen sich immer wieder in Kreuzungspunkten. So habe ich gerade mit einer Übungsreihe Kriya-Yoga begonnen, das kannte ich so noch nicht und habe mich spontan entschlossen, wegen der Wirbelsäule und um mich zu beruhigen, etwas zu tun, dass ein Ziel hat. Die erste Übung ist eine Art von rebirthing. Das macht man 40 Tage. Und so werde ich jeden Tag neu geboren. Das ist irgendwie toll. Es gibt jeden Tag Gelegenheit, das Ziel für dieses Leben zu wählen.

Ja, und dann fielen mir durch eine Wohnungsauflösung Kisten mit Büchern in die Hände. Weiterlesen „Gedanken zur Zeit“

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