Buch: Godspeed, Die Reise beginnt

Von Beth Revis, Dressler Verlag, 2011, science fiction

Dies ist der erste Roman der jungen Autorin, die zuvor als Lehrerin arbeitete und es ist alles drin, besonders für junge Leute. Obwohl es kein Jugendroman ist.

Da ist eine zarte ehrliche Liebesgeschichte in einer seltsamen Zeit. Einer Zeit, die seltsam an heute erinnert, wobei das Buch bereits vor 10 Jahren erschien. Da ist alles drin: Geschichtsfälschung, Isolation, rna-Impfstoffe, die in Wahrheit etwas anderes sind, Beruhigungsmittel für die Bevölkerung im Trinkwasser, – und all das im Mikrokosmos eines Raumschiffes, in dem die künstlich durchorganisierte Welt noch deutlicher hervortritt, und scheinbar keine Alternative hat.

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Buch: Weibliches Manifest

Erwecke die spirituelle Rebellin in dir! Maitreyi D. Piontek, Allinci Verlag

Dies ist ein Grundlagenbuch. ich empfinde es als sehr wichtig.

Der Titel mag etwas feministisch klingen, doch hat es damit so gar nicht zu tun!. Es gibt viele falsche Vorstellungen und Missverständnisse über Weiblichkeit. Hier werden sie benannt und es ist auch durchaus ein Übungsbuch für Frauen, sich mehr in sich hineinzufühlen. Frauen, die wirklich in die Tiefe gehen wollen. Die sich nicht mit oberflächlicher „Deko“ zufrieden geben.

Eine erstaunliche Frau, ein erstaunliches Konzept, und es ist aus jahrzehntlanger Erfahrung, auch spiritueller, heraus, geschrieben, was es besonders wertvoll macht. Interessant deshalb, weil die Autorin im Beruf auch Beraterin und Therapeutin für Männer war, gegen diese sich hier nichts richtet.

Eher kann man es als Pionierarbeit für eine ausgewogene Gesellschaft betrachten. Doch kommt diese schon radikal rüber, weswegen es mir so gefällt.

Maitreyi D. Piontek hat einen youtube Kanal und ich verlinke diesen hier , damit man sich selbst ein Bild machen kann.

https://youtu.be/1alq0nrGmho

Mir wurde Maitreyi vorgestellt durch den online summit „Zeit im Wandel „von Alicia Kusumitra zum Thema: Die Rückkehr der weiblichen Kraft. Da kamen etliche interessante speakerInnern zu Wort.

Doch Maitreyi machte ganz deutlich, dass es nicht nur um eine Rückkehr, sondern um die Gestaltung von etwas Neuem geht. Damit war sie für mich herausragend.

Es ist ein Heilungsbuch, denn um Heilung geht es.

Buch: Großmutters Haus

von Thomas Sautner, Roman, Picus Verlag Wien 2019

Das Buch ist ein hübsche hardcoverausgabe mit Umschlag und Lesebändchen in grün. Waldgrün. Dies ist keine große Geschichte. Es ist eine kleine Geschichte, in der es um das große Ganze geht. Das eigene Leben, die Literatur, die Wahrheit, – Gott und die Wörter.

Es könnte ein Klischee sein: die alte Dame, die im Wald lebt mit Kräutergarten der besonderen Art. Die moderne Hexe aus dem Bilderbuch. Wenn man nicht so genau wüsste, dass es das gibt. Das Umschlagbild des Bandes wird von Cannabisblättern geziert, so dass man durchaus annehmen könnte, es sei ein humorvoller kluger Anstupser zur Legalisierung von Drogen. Aber nein, so platt ist es nicht wie es ausschaut. Es geht nämlich um den richtigen Umgang, mit allem.

Das Intro ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Welt der Bücher, und welche Bedeutung die für manche haben kann, dem echten Leser spricht es aus dem Herzen. Dennoch, aus Sicht der Enkelin jener alten Dame im Wald erleben wir, wie es ist, sich zu sehr in der Parallelwelt anderer aufzuhalten und das eigene Leben eine Nebensache werden zu lassen.

Das eigene Leben als Wert zu erkennen, darum geht es auch. Auf wunderbare, ja märchenhafte Weise erzählt sind hier zwei Wochen, in denen sich das verändert für die junge Frau. Es ist ein mutmachendes, unaufgeregtes Buch. Und so sagt es uns, dass es auf jedes einzelne Wort ankommt, von uns, von jedem.

Es sagt uns auch, dass es heilsame Entwicklung gibt. Was mir am besten daran gefallen hat: Die Sprache.

Die Einfälle. Das Tal der Dichter. Die Beobachtung des Alltäglichen. Die Nebenfiguren. Die Pflanzennamen. Die Abwesenheit von moralischem Zeigefinger. Die Vielfalt der Welt im kleinsten Raum.

Es ist die Geschichte einer Entfaltung.

Ich habs viel zu schnell gelesen. Noch einmal mit Genuss. Zitat aus dem Buch: „Und weil ich das Leben nicht verstand, möcht ich´s einmal noch beschreiben

co) Kayute

Buch: Hippie, von Paulo Coelho

Ich las jetzt die englische Ausgabe, kann also zu einer Übersetzung nichts sagen. Also, jedenfalls kenne ich Hippies, die auch heute noch Hippies sind, ich kenne junge Hippies. Die nennen sich nicht so. Das nun alles auf 1970 einzuschränken, finde ich heutzutage extrem beschränkt. Was ist doch alles daraus geworden, Gutes, weniger Gutes, eine andere Welt, in der wir jetzt leben, aber dennoch sind Ideale und auch Erfahrungen erwachsen von jenen, die diese Länder auf diese Weise entdeckten und sich selbst dabei auch. Eine Kultur in sich entstand. Die immer wieder sich verändert, kommerzialisiert wurde ohne Ende, doch die Ideale gibt es sehr wohl.

Tja, dieses Buch lässt mich ratlos und etwas enttäuscht zurück. Hippie? Dieser Roman ist nicht über Hippies. Diese Geschichte ist über den Autor selbst, dessen Reise im Magic Bus nach Nepal bereits in Istanbul endete, und das kam mir schon so vor, je mehr ich mich dem Ende des schmalen Bandes näherte. Aber jetzt mal ehrlich, die Abenteuer auf solch einer Reise begannen doch in Asien erst! Da finde ich es doch reichlich gewagt,dem Buch diesen Titel zu geben. Coelho bleibt immer der Autor, der Beobachter,- selbstverständlich auf der Suche nach Gott, wie in jedem seiner Bücher, hier sogar indem er diese Absicht in einige andere der mitreisenden Personen ebenfalls projeziert. Die er ja entwirft, also ist das seine Freiheit. Gut. Es gab gewiss viele der Hippies, die diese Suche in sich trugen. Aber dafür, dass er das Buch erst 2018 schrieb, also aus einem Altersrückblick heraus, oder etwa nicht, ist es ganz schön schwach. Was hätte man alles aus dem Thema machen können!. Nun ja, ich erinnere mich kurz an T.C. Boyle, der hatte es irgendwie besser hingekriegt….

Nö, lieber Autor, da müssen wir dann selber noch mal ran, Hippies .

Buch: Der erste Mensch

20200404_123326Buch: Der erste Mensch

von Xavier-Marie Bonnot

Kriminalroman., Unionsverlag, 2020

Das Buch gibt Rätsel auf.

Wer ein Buch über Archäologie erwartet, könnte enttäuscht sein. Wer einen Krimi erwartet, könnte enttäuscht sein. In erster Linie ist es für mich ein Roman, der in die Kategorie anspruchsvollere Kriminalliteratur gehört. Es geht in der Geschichte überwiegend um die Psyche des Menschen, und es werden uns nicht die Beschreibungen der Psychiatrien von heute und von früher erspart. Dem Kommissar, welcher der Baron genannt wird (er steht kurz vor der Rente) liegt das Thema, was den Menschen zum sogenannten Verrückten macht, auch zum Gefährlichen, persönlich am Herzen. Wir wissen noch nicht genau, warum. Er hat mit diesem speziellen Fall jedoch schon lange zu tun.

Der Bogen spannt sich weit bis in die Urgeschichte, die Ursprünge des Menschseins, und wieweit wir diesen Urmensch noch in uns tragen. Dies wird mit Hinweisen auf Archäologiegeschichte  untermalt.

Tatsächlich erscheint die Story anfangs verworren, analog zu der inneren Verfassung des gestörten Menschen, der hier die Hauptperson ist, der Täter mitsamt seinem Umfeld und seiner Lebensgeschichte. Die Sicht klärt sich mit den Entdeckungen, ich verzichte hier auf eine Beschreibung.

Soweit ich das beurteilen kann, sind die archäologischen Verweise korrekt wiedergegeben. Ich finde ein Zitat von Michel Foucault , welches im Buch genannt wird, sehr aufschlussreich und die aufgeworfenen Fragen über einen Kriminalroman hinausreichend:

„Der Weg vom Menschen zum wahren Menschen führt über den verrückten Menschen“

Es ist ein französisches Buch. Auch das spielt immer eine Rolle. Wir finden immer wieder wunderbare Landschaftszuordnungen und Informationen.

Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Schamanismus allerdings sehe ich weniger, es handelt sich mehr um die Ansicht schamanischer Inhalte durch die Augen eines Schizophrenen, der durchaus dadurch Hilfe fand, die ihm dann aber genommen wurde.

Schon immer hat die Forscher diese mögliche Verbindung fasziniert, der Urmensch in uns, wurden doch zu Beginn der westlichen Forschung alle Schamanen als psychisch Kranke oder Epileptiker betrachtet. Allein das ist schon eine ungeheure Ethnozentrik gewesen, die sich hartnäckig gehalten hat in der Sicht von Wissenschaftlern. Nun gut, der Autor bedient sich einiger Klischees, nicht zuletzt dessen des selbst gestörten Psychiaters…

Auch das natürlich ein Klassiker. Doch Experimente, die tatsächlich mit Kranken gemacht wurden, erscheinen uns heute selbst reichlich gestört.

Da mich diese Themen selbst ausführlich interessieren, ich mich über Jahrzehnte eingelesen habe, sowohl über psychische Krankheiten als auch über Schamanismus, erscheint mir der Roman ausserordentlich interessant, wenn ich auch zwischendurch es so gruselig fand, dass ich ihn weglegte. Es ist keine einfache Lektüre, die Menschheitsfragen werden berührt, unter der Oberfläche.Und darum möchte ich es unbedingt weiterempfehlen.

Es bietet sich an, selbst ein wenig weiterzuforschen über unsere ersten Vorfahren, über Handabdrücke in Höhlen und vieles mehr!

Buch: Die wandernde Erde, von Cixin Liu

Buch: Die wandernde Erde, Cixin Liu, Heyne2019

Selten lese ich ein neu herausgekommenes Buch, dazu noch einen Bestseller. Doch als ich diesmal einen Buchladen betrat, wurde mir das Ausmass des Kommerzes, einer Buchindustrie  erst bewusst. Ich schritt durch die Abteilungen: Liebeswerke, Deichkrimis, fantasy, science fiction. Dort blieb ich stehen.

Ich wurde neugierig.

Die Titel der laut aufgemachten Taschenbuchreihe von Cixin Liu erinnerten mich an etwas. Die drei Sonnen, die wandernde Erde…mir kamen Szenarien in den Sinn, die ich zu anderer Zeit in den sog. channelings von Medien gelesen hatte. Medien, also die Art von Menschen, die Botschaften empfangen, in diesem Falle Botschaften Ausserirdischer. Eines dieser Bücher nannte sich „Der Photonenring“, von Virginia Essene und Sheldon Nidle in Gesprächen mit Sirianern niedergeschrieben. ( ch-falk-Verlag, Im Original „You are becoming a galactic human, 1994, Amerika, auf jeden Fall das ältere der beiden Bücher, auch wenn „Die wandernde Erde“ bereits in China 2008 erschien, 10 Jahre früher als bei uns!)

Und aus diesem Grunde erstand ich den dicken Erzählband von Cixin Liu mit dem Titel: Die wandernde Erde. Ich denke, dass die meisten Bestseller nicht zu solchen werden, weil sie erhabene Literutur zu bieten haben. Sie werden an die Spitze gepuscht, weil sie gesellschaftlich relevante Themenkomplexe aufwerfen, und diese im Sinne wichtiger Leute beantworten.

Das tun sie natürlich auf subtile Weise. Cixin Liu ist tatsächlich ein Meister darin. Die überwiegend gewaltigen zukünftigen Weltgesellschaftsprobleme, die bei ihm beschrieben werden, kann ich kaum lesen, ohne die Geschichte Chinas und die Strukturen, die Traumata, Ideale und Ziele jenes Volkes ebenfalls im Hinterkopf zu haben. Ich sehe, allerdings, so gut wie alle aktuellen science fiction Romane des Verlages, die beworben werden, befassen sich mit dem Ende der Welt. Immer sind die Bedrohungen übermächtig, der Einzelne geht unter.

Das scheint in der aktuellen Gegenwart oft vorzukommen.

Es sei denn, Einzelne werden zu Helden des Volkes stilisiert, aus einfachen unbedeutenden Einzelnen kann jemand werden, der alle rettet oder zumindest das Ganze voranbringt. Soweit ist uns die Ideologie und die Propaganda bekannt. (Jedes Konzept, nicht nur sog. Kommunismus) Das ist der Aufhänger, um den Leser, Kunden, Jedermann/frau mitzunehmen. Jeder träumt von Bedeutung.

Beim Lesen dieser groß angelegten Geschichten von Cixin Liu beschleicht mich als Leserin dennoch ebenso wie jenen Protagonisten nicht selten der Zweifel, ob der Sinn und der Weg der Richtige sei. Als Zuschauer einer möglichen Weltenzukunft dürfen wir die Antwort miterleben.

Es ist also doch ein Effekt zu erwarten, wenn wir uns Vorstellungen hingeben, wie die Erde aus dem Sonnensystem bewegt werden soll, weil die Sonne zu explodieren droht,wenn Ausserirdische landen, die behaupten, uns einst erschaffen zu haben ( herrlich, wie eine Fabel: Um Götter muss man sich kümmern), wenn gigantische Flutwellen und Meteoriteneinschläge zum Alltag gehören und vieles mehr.

Alle Szenarien sind technisch gekonnt  unterlegt, das gehört sich auch so in einer „Wissenschaftsfiktion“.

Nun, es reizt mich nun doch, „Die drei Sonnen“, das wohl bekannteste Buch dieses Autors auch noch in den Händen zu halten. Denn, der Titel erinnert mich seltsam an eine andere Prophezeiung, waren das nun die Sirianer oder andere, deren Visionen uns durch Einzelne vermittelt wurde, welche aus dem Verständnis ihrer Gesellschaft, in den 70igern, 80zigern und noch immer, völlig herausfallen.

Eines ist klar: Niemals würde ich selbst in einer solchen baumlosen von Technik völlig unterworfenen Welt leben wollen. Und doch sind wir auf dem Wege dahin. Ich werde es vermutlich nicht erleben. Weil ich alt bin, nicht weil ich glaube, dass alles gut wird.

Einzelne Helden werden es wohl nicht schaffen, die mächtigen Interessen aufzuhalten. Sie dienen nur dem Gewissen, in der Illusion es werde etwas getan, Das sehe ich ebenso radikal wie mancher science fiction Autor, dessen Fiktion längst Wirklichkeit ist, und zu seiner Zeit schon war. Wir lasen sie in der Schule, George Orwells „1984“und „Schöne neue Welt“!

Gewiss sind geköpfte Störche und Raubvögel, die unter den Windmühlen der angeblichen Energiewende liegen, und heimlich entsorgt werden, das geringere Problem. Zwischen den Zeilen liegt so oft die Wahrheit. Jeder muss sie suchen.

co) Kayute

Buch: Wo drei Flüsse sich kreuzen

Buchrezension: Wo drei Flüsse sich kreuzen – The Good People von Hannah Kent, droemer 2017
Was ist Aberglaube, was ist Irrglaube, Glauben oder Wissen? Dass alle Rothaarigen Hexen seien, wäre schon mal die erste Kategorie. Der grossartig geschriebene und gut recherchierte Roman von Hannah Kent erzählt die Geschichte einer alten Heilerin im Irland von 1825. Sowohl deren Wissen als auch deren Grenzen werden eindrucksvoll in ein Gesellschaftsbild der damaligen Zeit eingewoben. Dass Feen existieren, ist für die Dorfbewohner gar keine Frage, trotz aller Mühen des neuen Pfarrers, sie von diesem Glauben abzubringen. Die Handlung dreht sich um ein leidendes behindertes Kind, und den verzweifelten Versuch, es zu heilen – bzw. diese Version des Kindes den Feen zurückzubringen, damit sie das gesunde Kind wieder hergeben. Weiterlesen „Buch: Wo drei Flüsse sich kreuzen“

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