Klugscheißer

Das bin ich. Hoffentlich habe ich das Wort jetzt richtig geschrieben. Auch wenn man klug ist, passieren Fehler. Ehrlich jetzt, ich bin schon immer zu klug für diese Welt gewesen. Darum schreibe ich ja, weil mir keiner zuhört. Aus unerfindlichen Gründen wollen Leute nicht wissen, was ich weiß.

Und manche können es auch nicht, jene Lieben, die keine Bücher lesen oder etwas einfach gestrickt einfacher finden. Ich habe mich darüber aufgeregt, geärgert, nun schweige ich einfach.

Meine Oma war auch ein Mensch, den wir einfach oder schlicht nannten. Als Kinder fanden wir das ganz normal und wir wollten unsere Oma nicht belehren. Sie strickte die tollsten Strümpfe der Welt, weisse Kniestrümpfe mit komplizierten Lochmustern, die wir immer erstmals zu Ostern trugen, egal wie kalt es war. Mit Röcken natürlich. Eigentlich ist es schön, wenn man noch Menschen hat, die aus der gleichen Zeit stammen und mit denen man diese Dinge teilen kann. Meine Oma hat sich zeitlebens nicht mit fliessendem Wasser abgefunden, sie wusch sich in einer Schüssel. Sie aß Graupensuppe.

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reality

Realität ist subjektiv. Man sagt, es gebe eine objektive Realität, das auf was wir uns einigen, oder was uns von Beginn an beigebracht wird. Und das ist veränderbar, aber manches schwer.

Ja, was soll ich sagen: Der Mann ist wieder da, ich bin froh, auch vorsichtig, und enthalte mich meiner negativen Kommentare, die zu seiner Flucht geführt haben. Das ist nicht immer leicht. Aber es geht darum, dass ich keine frustrierte mies gelaunte alles analysierende arrogante Frau sein will. Ich habe Einfluss auf meine Realität, offensichtlich. Und ich wusste nicht, dass ich SO wütend werden kann!

Ich finde es gut, in diesen Zeiten zusammenzuhalten und je weniger da sind, umso mehr. Meine sozialen Fähigkeiten sind auch nicht so toll, seine Qualitäten muss ich erst erkennen, sie sind mir hilfreich. Auch Kraft. Ich wachse über mich selbst hinaus, so nennt man das doch!

Vergiss die üblichen Sätze und Denkweisen! Gut, dass er ein paar Monate weg war, ich bin mir wert zu mir zu halten. Die Anziehung und Zuneigung waren nicht weg, doch nun ist mehr Respekt da. Wobei , er musste sich zum zweiten Mal den Arm brechen, der Unbeugsame, damit habe ich nichts zu tun! Auch eine on-und off Beziehung ist das nicht, ein dritter Versuch, warum nicht. Kein Drama mehr, kein Streit. Bisher. Unbeugsame sind auch zäh.

Zwei Brillen

Das Leben erfindet doch immer die allerschönste Symbolik. Zum Beispiel das Eigentor…was könnte man daraus alles spinnen. Hier sind es die zwei Brillen, passend zum Thema des Buches, in dem ich gerade über den Beziehungstanz lese. Da wird ein Himmelskreis und ein Teufelskreis beschrieben, in den man sich mit Reaktionen und Aktionen wechselseitig hineinbegibt. Das Gute ist, dass mir die rosa Brille erst mal ganz abhandengekommen ist.

Das passiert ja in jeder Beziehung, oder danach, oder das was diesen Namen verdient, könnte dann erst beginnen. Man kann dies auch auf andere Arten von Interaktionen übertragen. Im Moment scheint eine kurze Pause im Teufelskreis der negativen Nachrichten eingetreten, kollektiv, aber was da im Unbewussten wächst, wer weiss.

Tatsächlich wird der Kreis der nahen Menschen, die denken wie ich, sehr klein. Das spricht dafür, sich diese zu erhalten. Ohne den anderen ganz aus dem Wege zu gehen, denn das zu vermeiden wäre wohl eine zwanghafte Falle. Das habe ich auch schon durchgespielt im Kleinen, und es macht Ängste und Blockaden immer schlimmer.

Ein guter Rat, Zitat aus dem obigen Buche:

Da dieser „Himmelskreis“ jedoch sehr eng gestrickt ist, erfordert der Umgang der beiden Partner miteinander sehr viel Feinabstimmung: Zum einen dürfen sie nicht so verletzlich sein, dass sie sich von der Unabhängigkeit des anderen bedroht fühlen, zum anderen dürfen sie nicht so unabhängig sein, dass dies beim anderen das Gefühl der Verletzlichkeit auslöst.

(S.219, Umberta Telfener)

Da scheint es mir doch unerlässlich, einmal durch die eine Brille und dann auch mal durch die Brille des anderen zu schauen. Vielleicht versteht man dann besser, was er sieht, und das kann die Überzeugung von einer unabhängigen Wahrheit erschüttern.

Vielleicht lässt sich dadurch auch der Hass abwenden, der durch zu viel Verletzung entstehen kann.

singel

Ja, ich habe es ja immer gesagt: Ich würde niemals im Internet einen Partner suchen. Und so ist der Versuch denn auch gleich in die Hose gegangen. Das erste Portal hab ich nach drei Tagen verlassen. Ich habe wohl alles falsch gemacht oder auch nicht. Zu ehrlich, man nannte das mutig. Also ist es mutig, ich zu sein.

Das zweite Portal-vielversprechend mit hochsensibel und alternativ – schien ja passend zu sein. Aber ich schaffte es, mich in einem Leserbrief unzustimmend zu äussern und war dermassen ärgerlich über die Antwort, dass ich kündigte. Nach zwei Wochen. Ein bisschen kam es mir da vor, wie arrangierte Ehen, Hauptsache es passen die Hobbys und das Einkommen.

Diese rationale Einstellung für spirituelle Menschen anzubieten und ihnen Wunschdenken zu unterstellen, finde ich reichlich zynisch von einem Psychologen; vielleicht ist es ja auch so, das Menschen dieses haben. Klar ist das so. Und es führt uns ja normalerweise auch hin zu unseren Wünschen.

Mein Wunsch war offensichtlich nicht, einen Partner zu finden. Vielmehr habe ich etwas wichtiges erkannt. Und ich fühle mich auch gar nicht als single. Ich fühlte mich einfach immer als Teil eines Paares richtig, also mit einem Vertrauten an der Seite, und oft in Lebensumständen wo man richtig zusammenhalten musste und nur diesem einen vertraute.

Das war jetzt nicht immer der gleiche, aber es war meist so einer da.

Also dieses: ich definiere mich und gucke, was passt, das war nicht so. Ein Blick reicht. Und das sagt ja auch die Forschung: in der ersten Sekunde entscheidet sich das schon. Ich denke ja sogar, dass mir immer die Richtigen begegnen, mit denen ich aus früheren Leben noch etwas zu erledigen habe, von denen ich zu lernen habe, die mich herausfordern und wo ich mich am besten entwickeln kann. Ich glaube, das war mein Wunsch, sonst wäre mir ja viel zu schnell langweilig. Ich sehe auch Leute, die sich nicht entwickeln.

Ja genau, das ist mein Problem: die meisten interessieren mich gar nicht. Ich halte es mit verrückten Narren, die mir unlösbare Rätsel aufgeben, die meine Sprache nicht sprechen, niemals diesen blog lesen werden, oder einfach abhauen.

Buch: Die Fremde

Roman von Claudia Durastanti, Zsolnay, 2. Auflage 2021

Das Titelbild ist schon krass! Doch es bereitet gut auf dieses Buch vor. Es ist voller Geschichten, Bilder, und zwar aus dem Leben der Autorin, die mit gehörlosen Eltern aufwuchs. Wunderbare Sprache!

Dieses Buch wurde besprochen in einer Zeitschrift, der Brigitte woman vom Mai 2021, und ich habe es sofort bestellt. Ganz einfach, weil ich ein Jahr mit jemand verbrachte, der nicht mehr gut hört, ein Hörgerät trägt, oder oft eben auch nicht. Und die vielen kleinen Einzelheiten, Besonderheiten, Irritationen damit ein Thema für mich sind.

Doch diese story ist etwas Besonderes an sich. Denn es geht um Persönlichkeiten, die eben auffallen. Mit einem solchen klaren Blick, solcher Wahrhaftigkeit werden hier die Details erfasst, die eine andere Realität erlebbar machen als sie gewöhnlich so aussieht. Und es wird kein Leiden daran verschwiegen.

Lesen lesen lesen.

Wie sich eine Art code entwickelt zwischen Menschen, die nicht alle Sinne verwenden können, wie das Beobachten geschärft wird, aber auch bedrückende Ereignisse Schatten werfen, wie das eingebettet sein in einer italienischamerikanischen Großfamilie ein Stück Zeitgeschichte nahebringt- ich finde es meisterhaft und habe noch nicht einmal zu Ende gelesen!

Der Zivilisation nicht so zugehören wie alle bringt einen vielleicht an den Rand, in den Ruin oder in eine Anstalt, aber es ist auch rohes Leben, raw-ungekocht, schwer verdaulich, direkt und weil ich dies langsam so nachvollziehen kann, ohne es zu verurteilen oder zu bemitleiden, habe ich große Achtung vor den Schritten der Autorin.

Wir schreiben

Ich bin wirklich froh, mich hier in Gesellschaft von Menschen zu finden, die schreiben. Wir schreiben selbst. Wir schreiben über uns selbst oder über anderes, über Bücher die wir lesen, über Orte, Erfahrungen und Gedanken. Für manche ist es ein Tagebuch, ein Mitteilungsweg, eine Weise, für sich Dinge zu ordnen und einzuordnen. Worte finden für das. Ich schätze es sehr, und sehe doch, dass viele Schreibende wenige LeserInnen haben. Sicher, mein echtes Tagebuch, in Hefte geschrieben, enthält vollkommen andere Worte, und hat gar keine Leser. Vielleicht später mal.

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Widder sind Schafe!

Wir nähern uns dem astrologischen Jahresbeginn im Zeichen des Widder. Ich merke es schon, ich rege mich leicht auf. Das Feuer ist mir als Element sympathisch, doch friedlich ist mir da nicht immer.

„Die“ social media sind schuld, oder der Gebrauch der Worte. Immer wieder wird nun die Mehrheit der Menschen als Schafe oder Schlafschafe bezeichnet. ich finde das äußerst unwahr und unkorrekt. Welche Arroganz reitet diejenigen eigentlich! Ich finde es genau diffamierend wie andere als Idioten, covidioten, als rechtlose Spinner zu bezeichnen. Würde man Schafherden ihre Hörner lassen, so wären diese eine wehrhafte Gemeinschaft, die ihr Lämmer schützt. Würde man die Zäune weglassen, würde der Mensch der Natur und dem Leben ihre Rechte lassen! Das ist schon lange nicht mehr so. Und darum darf sich die Natur auch nehmen, was ihr zusteht.

Ich lebe hier mit Schafen als Nachbarn. Die haben auch öfter schwarze Lämmer und niemals werden die schwarzen anders als die weissen Lämmer behandelt. Daher ist auch der Gebrauch des Wortes „schwarzes Schaf“ irreführend, ist halt so- beim Menschen zählte das Schwarze schon zum Falschen, das wird wohl die Kirche so angerichtet haben. Warum sonst ist das Ablehnen schwarzer Katzen bei Katholiken immer noch üblich, weil diese angeblich vom Teufel kämen.

Schafe sind friedliche Veganer. Sie wurden zu wandelnden Wolleproduzenten gezüchtet, ansonsten wären Schafe viel beweglicher. Und zu was wurden die Menschen gezüchtet, oder sollen sie nun gezüchtet werden. Ich denke, selbst wenn alle Wölfe wären, hätten wir eine Rangordnung im Rudel, und per se sind diese auch nicht besser, klüger oder berechtigter zu irgendwas.

Diese Vergleiche sind dämlich! Das einzige dumme Tier ist der Mensch, dass sich nicht den Lebensraum mit anderen teilen kann. So, nun hatte ich mir selbst eine Falle gestellt. Denn woher kommt das Wort :“dämlich“?

Lotsen

Ich hatte einen Traum, es war diese Art Traum als Antwort auf eine Frage, die ich abends stellte, um mit ihr in die Anderswelt zu reisen . Nun schlafe ich des Öfteren einfach ein, wenn ich in der Anderswelt ankomme. Ich habe da so einen Heilungssee, freute mich anzukommen und das weiss ich sogar noch. Ich schlief ein. Wer weiss, neulich sah ich so einen verrückten Film, „inception“, in dem kamen vier verschiedene Traumebenen vor, ich hatte von dem Film gar nichts verstanden, und musste den Inhalt dann nachlesen. Es war halt ein Männerfilm, in dem gekämpft wurde, so was träume ich nicht mehr.

Jedenfalls wachte ich heute morgen mit dem klar erinnerten Traum auf.

Da sass ich in einem Bus ganz nah hinter dem Busfahrer, hatte noch eine Freundin dabei, und ich redete mit dem jüngeren Busfahrer . Eigentlich bin ich im Traum auch niemals alt. Nicht so wie jetzt. Er erzählte von seinem Hund. Ja, wir sollten eine Erntemaschine abholen. Er fährt gut, als es an so einen steilen Abhang kommt, da ist er sehr vorsichtig und ich erinnere mich an die Busfahrten in Nepal, oder den phillipinischen Bergen, wo die Fahrer Unglaubliches leisten, auf Schotterpisten , und schon auch mal einer abstürzt. Das erzähle ich. Wir kommen dann an in einem Ort, ich erst mal in die Bäckerei, um bestimmte Schokohörnchen und andere Teilchen auszuwählen. Irgendwie in einer andren Sprache und ich weiss natürlich nicht das richtige Wort.

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Esoterisch

Ich begreife langsam, dass das mittlerweile ein Schimpfwort geworden ist, für alles was „nicht stimmt“ oder nicht realistisch scheint, für jegliche Theorie in jeglichem Bereich, und allerlei Unsinn. Sozialer Austausch in sozialen Medien lehrt mich, belehrt mich,“esoterisch“ gehört zur Umgangssprache, jedoch nicht in dem Sinne seiner Wortbedeutung, die es mal hatte. Im Grunde bezeichnete es eine Geheimwissenschaft, etwas das nur für innere Zirkel, für sog. Eingeweihte zugänglich war, vermutlich aus gutem Grunde. Das Gegenteil wäre exoterisch, und das haben wir nun. Nicht exotisch, sondern für Alle.

Der Grund, warum bestimmtes Wissen, und das gilt für wissenschaftliches Wissen genau so – nur manchen offenbart wird, ist, dass sie dafür eine Vorbereitung, eine Einarbeitung benötigen. Denn sonst werden sie manches gar nicht oder falsch verstehen, auch falsch nutzen, was viel gefährlicher ist. Nun, und ich schätze mal, das ist in echten esoterischen Kreisen aus dem Ruder gelaufen. Das ganze Wissen sollte unter die Leute, und die sich dafür interessierten, waren vielleicht nicht alle so tiefgehend in ihrer Weitergabe. Es kam dazu, dass mittelalterliches Verständnis wieder erlaubt war. Dabei ist altes Wissen damals gezielt in die Irre geführt worden, verboten und verfemt. Als Aberglauben. Nun, wer hier den „richtigen“ Glauben hat, ist heutzutage nicht feststellbar. Der jeweilige wissenschaftliche Stand, der im nächsten Jahr, beim nächsten Fund wieder umgeworfen wird und sich weiterentwickelt, ist der richtige? Deshalb wird der Begriff Aberglauben nicht gebraucht, denn dann müsste man ja zugeben, dass man selbst innerhalb eines Glaubenssystems agiert.

Es gab aber auch gewiss in den letzten Jahrzehnten absichtliche Abirrungen, die Ziele wurden anders definiert und so Viele erfanden Kombinationen aus alten Lehren, verwendeten Worte falsch, stritten über die korrekten Daten für irgendwelche Jahreszeitfeste und Mayakalender, es ist ein großes Chaos da draussen.

Aber davon wissen die Rationalen, die „esoterisch“ als Schimpfwort verwenden, gar nichts.

Esoterische Lehren beschäftigen sich mit Metaphysik, auch manche Physiker tun das schon: mit dem „nicht Sichtbaren“. Da kann man viel hineindeuten. Dennoch, es gibt manche, eben mit der Vorbereitung, die sehen etwas mehr als die große vorprogrammierte Masse der Menschen, und die mussten sich halt früher verbergen, sonst…#

Heute bedeutet esoterisch soviel wie lächerlich. Es ist einfach eine arrogante Bezeichnung seitens der Rationalisten, die glauben sie kennen die Realität. Als wäre die immer noch existierende Hauptreligion etwas Bewiesenes….Kann das damit zusammenhängen, dass nun überwiegend Frauen in ihren Kursen Mantras singen, Kerzen entzünden, Rituale begehen, um dem Leben wieder etwas Herz und Würde einzuhauchen? Während einige Männer prima daran verdienen. Mag sein, es sieht unwissend aus. Wer weiss schon, was die Welt am Leben hält…es könnte ja doch die innere Kommunikation mit den Bäumen sein, die ihr nicht seht. Aber wir könnten uns noch wundern, das hoffe ich doch sehr.

Menschen wollen glauben, es ist einfacher als lernen. Aber weit kommt man damit ja nicht. Flexibel bleiben, Ihr Lieben!

co) Kayute

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